Richtiges Futter für Eichhörnchen
Welche Nüsse und Samen Eichhörnchen guttun, warum Erdnüsse, Mandeln und Eicheln tabu sind – und was am Nesträuber-Mythos dran ist.

Wir empfehlen, Eichhörnchen im Garten oder auf dem Balkon das ganze Jahr über zu füttern – genau wie Wildvögel. Gerade in Städten finden Eichhörnchen immer weniger artgerechte Nahrung. In jeder Saison werden uns Jungtiere gebracht, die schon „aus dem Nest heraus“ stark unterversorgt sind. Eine ganzjährige Fütterung erleichtert es den Müttern, ihre Jungen zu versorgen.
Gut geeignet
- Walnüsse und Haselnüsse – überwiegend mit Schale
- Zirbelnüsse
- Sonnenblumenkerne, gern mit Schale
Denken Sie auch an den Nachwuchs: Junge Eichhörnchen müssen das Knacken harter Schalen erst lernen. Legen Sie deshalb zusätzlich ein paar geschälte Nüsse dazu. Der Großteil sollte aber Nüsse mit Schale sein, damit sich die ständig nachwachsenden Nagezähne abnutzen (mehr dazu im Artikel Ein perfektes Gebiss für kleine Nussknacker).
In der Natur fressen Eichhörnchen außerdem Esskastanien, Bucheckern, Zapfensamen, Knospen, Triebe, Blüten, Pilze, Flechten sowie wilde Früchte und Beeren wie Hagebutten oder Ebereschen.
Bitte nicht füttern
- Erdnüsse – sie stecken oft in Fertigfutter, wachsen in unserer Landschaft aber nicht.
- Mandeln – Bittermandeln enthalten Amygdalin, das im Verdauungstrakt zu giftiger Blausäure umgewandelt wird.
- Eicheln – trotz ihres Namens vertragen Eichhörnchen die darin enthaltenen Gerbstoffe nicht.
Als Faustregel gilt: Was hier bei uns nicht wächst, sollte Gartenhörnchen auch nicht angeboten werden.
Obst nur in Maßen
Aktuell läuft eine große pathologische Untersuchung am Europäischen Eichhörnchen, deren erste Ergebnisse wir als Auffangstation erhalten haben. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Tiere, die viel frisches Obst bekommen, anfälliger für Magen-Darm-Erkrankungen sind. Obst und Gemüse deshalb nur mit Vorsicht und in Maßen anbieten.
Sind Eichhörnchen Nesträuber?
Immer wieder heißt es, Eichhörnchen würden Vogelnester plündern. Wir sind überzeugt: In der beschriebenen Form stimmt das nicht.
Oft verwechseln Beobachter einen Eichhörnchen-Kobel mit einem Vogelnest. Was sie im Maul des Eichhörnchens sehen, ist dann meist kein Küken, sondern ein Eichhörnchenbaby, das die Mutter im Nackengriff in einen anderen Kobel trägt – etwa weil das alte Nest verschmutzt, von Parasiten befallen oder gestört ist.
Das Europäische Eichhörnchen ist kein Fleischfresser und hat kein Raubtiergebiss. Seinen Eiweißbedarf deckt es üblicherweise über Insekten. Um Mineralien aufzunehmen, benagt es gern alte Knochen, Eierschalen oder abgeworfene Geweihe – das ist besonders für stillende Mütter wichtig.
Dass ein Eichhörnchen in großer Not einmal ein Nest plündert, lässt sich nicht völlig ausschließen. Eine echte Gefahr für den Singvogelbestand ist es nicht.